Weshalb wählen so viele junge Menschen ein geisteswissenschaftliches Studium?

Untersuchungen zeigen: Das Interesse am Fach ist (wie bei den meisten Studienrichtungen) entscheidend. Die Motive «Einkommenschancen verbessern», «Arbeitsmarktchancen erhöhen» und «Vielfalt beruflicher Möglichkeiten» sind in den Geisteswissenschaften vergleichsweise wenig gewichtet. Den «Horizont erweitern» und die erhoffte Möglichkeit der Berufstätigkeit neben dem Studium (bzw. deren Notwendigkeit) stellen dagegen vergleichsweise wichtige Faktoren dar. Das Ansehen der Hochschule oder berufliche Traditionen in der Familie spielen eine verhältnismässig geringe Rolle (Studien- und Lebensbedingungen an Schweizer Hochschulen, BfS 2015, S. 89).

Structurer la pensée

«J’ai fait un master en philosophie, puis plusieurs années de recherche dans ce domaine, parce que la philosophie est ma passion. Ces années de formation et de recherche me sont utiles chaque jour. La philosophie permet de structurer sa pensée, d’argumenter efficacement, de mieux percevoir les enjeux d’un sujet et d’en appréhender la complexité, d’écouter, de comprendre et d’analyser les positions des autres. La richesse inestimable des philosophies que j’ai étudiées m’accompagne en outre dans mon engagement et éclaire mon quotidien. Je crois qu’aucune autre discipline n’aurait pu m’apporter autant». 

Adèle Thorens Goumaz, Conseillère nationale, Les Verts

Mögliche Gründe für die Beliebtheit der Geisteswissenschaften sind: die Hoffnung auf eine sinnstiftende Tätigkeit sowie der Wunsch, sich durch ein breit gefächertes Studium Optionen offen zu halten. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Personen mit abgeschlossener Berufs- oder Hochschulausbildung sich mit Vorliebe den Geistes- und Sozialwissenschaften zuwenden (16% nehmen ein geistes- oder sozialwissenschaftliches Bachelorstudium auf, gefolgt von 11% bei den Wirtschaftswissenschaften) (ebd, S. 18)