Ausbildungsniveauadäquanz

Die Ausbildungsniveauadäquanz wird daran gemessen, ob für die aktuelle Haupterwerbstätigkeit vom Arbeitgeber ein Hochschulabschluss verlangt wurde oder nicht (Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen auf dem Arbeitsmarkt, BfS 2015, S. 14).

Bei den Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler liegt die Ausbildungsniveauadäquanz vergleichsweise zu anderen spezifischer ausgerichteten Studiengängen tief, was durch deren fehlende berufliche Orientierung an sich nicht sehr überrascht. Mit zunehmendem Spezialisierungsgrad über die Diplomstufen hinweg nimmt jedoch die Ausbildungsniveauadäquanz für die Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler deutlich zu.

Die Diskussion um Erstpassung zwischen (Aus-) Bildung und Arbeitsmarkt ist nicht wertefrei. Rund 50% der Berufslehrabgängerinnen und-Abgänger wechseln später den Beruf; hier spricht man gerne von Mobilitätsgewinnern, weil sie damit ihr Gehalt optimieren. Bei den Geisteswissenschaften wird eine nicht selbstverständliche Erstpassung jedoch mit einer fehlenden Arbeitsmarktorientierung gleichgesetzt und des Öfteren als äusserst problematisch gewertet, obwohl die Absolvierenden statistisch betrachtet positiv im Arbeitsmarkt integriert werden (Lesen Sie auch: «Wertesystem Bildung»).